Publikationen

Irak-Konflikt und US-Strategie

Wir sind gegenwärtig Zeugen bedeutender Veränderungen des Internationalen Systems. Ein drohender Krieg im Irak würde diese beschleunigen und hätte verschiedene Auswirkungen: Der weiterhin ungehinderte Zugang zu und der Transport von wichtigen Rohstoffressourcen bleibt für alle Industriegesellschaften existenziell. Dies gilt vor allem für die USA, deren nationale Rohstoffpolitik sich an einem bedeutenden Zuwachs fossiler Brennstoffe ausrichtet. Ob zu deren Sicherung künftig auch militärische Interventionen als adäquates Mittel angesehen werden, entscheidet sich unter Umständen im Irak. Der Krieg wird dabei auch auf die politischen Systeme im Nahen und Mittleren Osten einwirken und darüber hinaus auch die Neuordnung eines palästinensischen Staates beeinflussen. Darüber hinaus würde ein Krieg auch dem internationalen Terrorismus neue Nahrung geben. Und nicht zuletzt könnte ein Dritter Golfkrieg der Auslöser für eine weltpolitische Konfrontation zwischen Islam und Christentum sein. Nicht nur in der Summe sondern schon allein für sich genommen sind diese Ergebnisse problematisch genug. Strukturbildend wird hingegen sein, ob die neue "Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten von Amerika" in Zukunft auch praktische Gültigkeit bekommen wird. Welche revolutionäre Auswirkungen dies für die internationale Politik haben würde, kann am besten durch einen Rückblick auf die Grundzüge des Internationalen Systems nach Ende des Zweiten Weltkrieges verdeutlicht werden. (...)
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Zeitschrift für Sozialistische Politik und Wirtschaft, Heft 130, 2/2003

Zehn Jahre nach dem Ende der Bipolarität - Herausforderungen an die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik

10 Jahre nach dem Ende der Bipolarität - eine Bilanz Doch der Aufruf zum Gewaltverzicht blieb auch die weiteren Jahrhunderte ungehört. Hätten die Regierenden die Aufforderung der Kölner Stadtsoldaten befolgt, wäre Europa einiges erspart geblieben. So wurde der Kontinent und später die Welt weiter mit Kriegen und Massenmord konfrontiert. Am Ende dieses Jahrhunderts schien der Gewaltverzicht für kurze Zeit in die internationale Politik zurück zu kehren, war doch das Ende eines Macht- und Systemkonflikts erstmals in der Geschichte unblutig verlaufen. Weniger Gewalt, Vorbeugung und soziale Sicherheit sollten die alten Konfliktformationen ablösen. (...)
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Zeitschrift für Sozialistische Politik und Wirtschaft, Heft 116, 6/2000

Irrlehren - Eine erste Nachlese zum Natokrieg in Jugoslawien

"Es wird ein nächstes Mal geben, obwohl ich nicht weiß, wann und wo." (Generalinspekteur a.D. Klaus Naumann in der FAZ vom 01.10.1999) Der Natokrieg gegen Jugoslawien war eine Zäsur in der Weltgeschichte. So hieß es in den Tagen der medialen Erregung vom 24. März bis zum 09. Juni 1999. Allerdings ist diese Einsicht in den Hintergrund gerückt. Alles was vom Krieg geblieben zu sein scheint, sind selbstgerechte Tagebücher und Kurzmeldungen in der Tagespresse, die vor allem eines dokumentieren: nicht ein multiethnisches, sondern ein ethnisch homogenes Kosovo ist in 78 Nächten herbeigebombt worden. (...)
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Zeitschrift für Sozialistische Politik und Wirtschaft, Heft 110, 6/1999

Fragwürdige Parallelen | Atomare Abschreckung in Südasien

Am Ende des Jahrhunderts steht fest: Das Zeitalter der großen Kriege wird in Europa nicht mit einer Abrüstungsdekade enden. Vielmehr waren die vergangenen Jahre eine Phase der verpassten Abrüstungschancen. Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Pakts ist der Abrüstungsprozess praktisch zum Erliegen gekommen. Rüstungskontrolle und Abrüstung sind aus den Schlagzeilen der Tageszeitungen verschwunden. Heute wird das Für und Wieder militärischer Eingriffe in zwischen- und innerstaatliche Konflikte erörtert. Kein Tabu wird mehr ausgeklammert: Der Generalinspekteur der Bundeswehr philosophiert öffentlich über die Einsatzmöglichkeit der Streitkräfte in der Kriminalitäts- und Terroristenbekämpfung. Die Remilitarisierung der Sicherheits- und Innenpolitik ist in vollem Gang. Gefordert werden größere Mobilität der Streitkräfte, punktgenaue Waffenwirkung und höhere Offensivfähigkeit. Qualitative Kriterien für den Rüstungskontrollprozess oder Konzepte zur Defensivorientierung sind von der Tagesordnung genommen. (...)
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Zeitschrift für Sozialistische Politik und Wirtschaft, Heft 109, 5/1999

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