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MEADS, das Rad soll neu erfunden werden!

Die Entwicklung des neuen Flugabwehrsystems MEADS kostet den Steuerzahler Milliarden, viele der geforderten Leistungsparameter erfüllen deutsche Fregatten jedoch schon heute Alle Fraktionen des deutschen Bundestages haben am 21. Oktober 2004 dem Verteidigungsausschuss die Billigung des deutsch-italienisch-amerikanischen Flugabwehrprojekts MEADS (Medium Extended Air Defense System) empfohlen. Das System soll unter anderem in der Lage sein, angreifende Kurz- und Mittelstreckenraketen abzuwehren, die als Träger von Massenvernichtungsmittel eingesetzt werden. Damit soll die dringend erforderliche Modernisierung der Luftverteidigung in Deutschland und Europa unter den neuen sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen vollzogen werden. Ab 2014 einsatzbereit, wird MEADS die veralteten Waffensysteme NIKE, HAWK, ROLAND und PATRIOT ersetzen. (...)
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Berlin, 16.12.2004

Security Risks and Processes of Regional Security in East Asia

East Asia in the 21st Century Two contrasting developments are currently to be observed in East Asia. On the one hand, the region is playing an increasingly important role in the global economy. The People's Republic of China has for a number of years been the motor driving this development. Growth and financial centres are developing here in the same way as they did during the Industrial Revolution in Europe. What is happening today will determine whether regions which are still underdeveloped today will be able to tap into this dynamism. On the other hand, East Asia faces classic security problems. These include the Taiwan question and the conflict between North and South Korea, as well as other unresolved border issues. There are hidden power rivalries - between Japan and China, for example. Increasing numbers of Asian countries are in possession of nuclear weapons and their delivery systems. Three countries are not signatories of the nuclear Non-Proliferation Treaty. Countries are also pressing ahead with conventional armament. (...)
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Lecture on the 4th Chinese-German Symposium on International Security, Beijing, 16 November 2004

Eine Massenvernichtungswaffenfreie Zone Mittlerer Osten. Von der Utopie zum Konzept

Auf der XL. Münchener Konferenz für Sicherheitspolitik griff Bundesaußenminister Joschka Fischer die amerikanische Initiative für einen "Greater Middle East" auf und forderte seinerseits eine transatlantische Initiative für den Nahen und Mittleren Osten. Als ersten Schritt regte der Außenminister dabei einen ?gemeinsamen Mittelmeer-Prozess der NATO und der Europäischen Union? an, deren erster Schwerpunkt auf der Entwicklung einer engen politischen Kooperation und Sicherheitspartnerschaft liegen sollte. Dabei müssten, so der Außenminister, "die legitimen Sicherheitsinteressen aller Staaten in der Region [...] in einer auf Transparenz und Verifikation, auf Abrüstung und Rüstungskontrolle beruhenden regionalen Sicherheitskooperation beantwortet werden". Eine neue Initiative für einen Friedensprozess im Mittleren Osten tut Not und die Zeit dazu ist reif. Die Region ist nicht zuletzt durch die Terroranschläge des 11. September 2001 wieder verstärkt in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Ihre gravierenden Sicherheitsprobleme, die nicht zuletzt in Form des Terrorismus zunehmend auch Europa und die USA bedrohen, haben besonders das Thema der Proliferation von Massenvernichtungswaffen wieder in den Vordergrund treten lassen. (...)
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Internationale Politik und Gesellschaft 4/2004, S. 26-33

Gegen die leichtfertige Preisgabe von Parlamentsrechten

Bislang muss eine Mehrheit der Bundestagsabgeordneten einem Einsatz deutscher Streitkräfte außerhalb des Bündnisgebietes zustimmen. Dies hat das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung vom 12. Juli 1994 ausdrücklich bekräftigt. Seitdem hat sich eine Parlamentspraxis herausgebildet. In der Regel beschließt der Bundestag in kurzer Zeit über das Verlangen der Bundesregierung, Soldaten außerhalb der Bündnisgrenzen einzusetzen. Dafür wird das Parlament über den Auftrag und Umfang der Mission schriftlich unterrichtet. Die Abgeordneten können dann den Antrag ablehnen oder zustimmen. Änderungen am Inhalt sind unzulässig. Diese Praxis steht seit Monaten auf dem Prüfstand. Die FDP legte einen eigenen Gesetzentwurf vor. Verteidigungsminister Peter Struck plädierte kurzzeitig für einen besonderen Bundestagsausschuss. Außenminister Joseph Fischer schlug darüber hinaus gehend sogar vor, dass künftig allein die Bundesregierung über Kampfeinsätze der Bundeswehr befinden solle. Dem Bundestag billigte er ein Rückholrecht zu. Auch eine Mehrheit führender Koalitionspolitiker scheint mittlerweile der Auffassung zu sein, dass die bisherige Praxis geändert werden muss. Ein Gesetzentwurf liegt mittlerweile auf dem Tisch. Demnach soll die Bundesregierung bei "humanitären Einsätzen" allein über den Einsatz deutscher Soldaten entscheiden. Auch "Einsätze geringer Intensität" verlangen nur eine Befassung auf Antrag des Parlaments. Ferner ist eine "Verlängerung des Einsatzes" in bestimmten Fällen ohne vorherige Zustimmung des Parlaments vorgesehen. (...)
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Zeitschrift für sozialistische Politik und Wirtschaft, Heft 136, 2/2004, S. 10

Vertrauen ist gut, Waffenkontrolle ist besser

Ein neues Wettrüsten bahnt sich an. Die USA zeigen offen ihr Desinteresse an Rüstungskontrollverhandlungen und setzen nur auf ihre militärische Stärke. Und den Europäern scheint es zu mühsam, ihre Abrüstungsinitiativen voranzutreiben. Die Autoren verlangen aber die Fortschreibung der internationalen und regionalen Verträge. Die Rüstungskontrolle befindet sich - je nach Betrachtungsweise - in der Krise, der Stagnation oder ist bereits sanft verschieden. Nach dem Ende des Kalten Krieges steht das Konzept der Rüstungskontrolle heute vor einer doppelten Herausforderung: Es muss sowohl den strukturellen Veränderungen des internationalen Systems nach 1989 als auch der technologischen Dynamik des Informationszeitalters angepasst werden. Die Abrüstungsdekade der 90er Jahre scheint endgültig beendet zu sein. (...)
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Frankfurter Rundschau, 19.02.2004

What role can the UN play in shaping a new world order?

Ladies and Gentlemen, One should never be too quick to predict the demise of something. This also applies to the United Nations, to which there is still no alternative. Indeed, the UN will take on even greater importance in the future: It will become increasingly important for the developed states, for it alone provides a framework of rules to fight against terrorism and the collapse of states. It will become increasingly important for the poor countries, for it alone can summon up the staying power needed to fight poverty and under-development. It will become increasingly important for the whole world, for it alone, as a forum of peoples, can prevent a situation where new blocs of influence face each other in an atmosphere of confrontation. (...)
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Speech on the seminar of the Communist Party of China in Peking, 18 October 2004

Is (Southeast) Asia moving towards a pluralistic security community?

Ladies and Gentlemen, The international system is once again in flux. The East-West conflict, once the dominant concern, has been replaced by regional conflicts and worldwide security problems. While these have a defining influence on the international system as a whole, their effects are felt regionally. Hence there is an increasing need for regional approaches to tackle the problems. I am very pleased, therefore, that we are meeting here today to discuss the experiences and opportunities of regional cooperation. One way in which this change in the international system is manifesting itself is that "governance" is increasingly becoming detached from the context of the nation-state. The history of European integration serves as an illustration of how tasks that were once the province of the nation-state are increasingly being performed by regional organizations. International organizations play three roles in this context. They: are instruments of political governance, provide a platform for conflict resolution, and act increasingly as autonomous players. (...)
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Speech on the "II. Shanghai Workshop on Global Governance", 23.06.2004

Lecture on the "II. Shanghai Workshop on Global Governance", 22.06.2004 about "Tasks for Regional and Interregional Conflict Prevention regarding North Korea and Afghanistan"

Discussion paper on North Korea: The Six-Party Talks (with North Korea, the USA, China, Russia, Japan and South Korea) can be rated as a step forward for American diplomacy, which has sought to involve all the affected countries in the region. It is a hopeful sign that North Korea has now abandoned its unrealistic position of direct bilateral talks with the United States and accepted the Six-Party Talks as a multilateral negotiating framework. It remains unclear whether North Korea already has atomic warheads; there is no doubt that it is in possession of weapons-grade plutonium. In return for giving up their nuclear programme, the North Koreans in their strategy are demanding security guarantees, economic and financial assistance, as well as the signing of a non-aggression pact and diplomatic recognition by the USA. (...)
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Speech on the "II. Shanghai Workshop on Global Governance", 22.06.2004 about North Korea and Afghanistan

Die Krise der Rüstungskontrolle

Das Jahr 2003 markiert in der internationalen Politik einen grundlegenden Wendepunkt: Das Prinzip, wonach allein der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen über das Instrument der Gewalt im internationalen Konfliktaustrag entscheiden kann, wurde im Irakkrieg de facto aufgehoben. Zugleich steigen in vielen Ländern die Rüstungsausgaben. Der Trend zur quantitativen und vor allem qualitativen Aufrüstung scheint sich zu verstetigen. Zahlreiche westliche Länder justieren ihre Streitkräfte neu. An die Stelle der robusten Verteidigung tritt zunehmend die Option zur vor gelagerten Intervention. Als Reaktion darauf streben immer mehr Staaten nach der Kernwaffenoption als vermeintlich einzig wirksame Abschreckung gegenüber westlichen "Abrüstungskriegen". Neben Indien und Pakistan könnten demnächst mit Nordkorea und dem Iran zwei weitere Atommächte entstehen, die zudem über Mittelstreckenraketen verfügen und an weiterreichenden Raketen arbeiten. Trotz der jüngsten diplomatischen Fortschritte ist diese Gefahr noch lange nicht gebannt. Staaten bzw. Organisationen, die sich davon bedroht fühlen, forcieren ihrerseits wiederum die Pläne für eine Raketenabwehr. Darüber hinaus wurde der "präemptive Schlag" zum Kern der amerikanischen Sicherheitsdoktrin. Zusammen mit der Debatte über miniaturisierte Atomwaffen, so genannte "mini nukes", rücken somit Kernwaffen erneut ins Zentrum der US-Kriegsstrategie. Auch Russland und Frankreich schließen mittlerweile Präventivkriege nicht mehr aus. Schließlich führten die USA und ihre Verbündeten im Irak auch einen ?Abrüstungskrieg?. Vermutete Massenvernichtungswaffen und Trägersysteme sollten gewaltsam ausgeschaltet werden. Das Ergebnis ist bekannt: Weder wurden im Irak derartige Rüstungssysteme aufgespürt noch wichtige Bestandteile verifizierbar vernichtet. (...)
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Vorwärts, 19.02.2004

North Korea in Six Nation Talks

North Korea remains true to its reputation as an unpredictable negotiator. Just one day after the first session of multilateral talks in Peking, at which the six participating delegations (North Korea, USA, China, Russia, Japan and South Korea) had agreed on a continuation of the dialogue within the coming two months, Pyongyang announced on August 31, 2003 that it was no longer interested in further talks about its controversial nuclear program, only to revise this statement again just two days later. The mere fact that representatives of six nations came together in Peking marks an interim success for U.S. diplomacy, which from the outset had been calling for the involvement of all the relevant nations in the region in order to resolve the conflict. However, irrespective of the multilateral framework of the talks, a solution to the nuclear dispute will primarily depend on whether the two main conflicting parties, the U.S. and North Korea, can bring their positions closer together. In the best case, the six-nation meeting represents the commencement of a tough and lengthy process of negotiation, similar to the forceps delivery of the framework agreement concluded between the U.S. and North Korea in 1994, in which North Korea declared itself ready to cease its nuclear program and in return for this promise was given the prospect of generous energy supplies, the construction of two light-water reactors and food shipments. Negotiating this agreement under the leadership of the Clinton Administration took no less than 18 months. A similar marathon looks quite likely once again, this time in a multilateral context. (...)
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Publication: Dialogue + Cooperation, 1/2004, S. 45-48

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