Für ein kernwaffenfreies Nordkorea
Die Bearbeitung der gegenwärtigen Krisen im Nahen Osten und in Asien sind strukturbildend für die künftigen internationalen Beziehungen. Dies gilt aktuell für den Irak. Und es gilt für Korea. Die von Nordkorea für die Region ausgehende Bedrohung ist vermutlich sogar größer als das Bedrohungspotenzial des Irak. Die Frage ist: Erhalten Kooperation und Verifikation bei der Krisenbewältigung eine Chance oder wird das ohnehin labile nukleare Umfeld Asiens um eine weitere, kein Risiko scheuende Atommacht, bereichert? Dem schließt sich eine Reihe weiterer Fragen von grundsätzlicher Bedeutung an: Führen Systeme, die ursprünglich zum Schutz der territorialen Integrität erdacht und installiert werden, wie der Aufbau einer regionalen Raketenabwehr in Nordostasien, letztlich nicht zu größerer Unsicherheit in der Region? Welche Schlussfolgerungen werden mögliche neue Kernwaffenbesitzer aus der so grundsätzlich unterschiedlichen Reaktion der USA ziehen, obwohl doch sowohl im Irak als auch in Nordkorea autoritäre Regime nach dem Besitz von Massenvernichtungswaffen streben? Wird Japan, das die Zerstörungskraft der Atomwaffe erleben musste, sogar eine nukleare militärische Option erwägen? (...)
Veröffentlicht:
Kölner Stadtanzeiger, 12.02.2003