Publikationen

Vom traditionellen zum robusten "Peacekeeping"

Seit ihrer Gründung haben sich die Vereinten Nationen in zahlreichen Missionen als Friedensstifter betätigt. 1988 wurde die Arbeit der UN-Blauhelme mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt. Dabei ist das Instrument der Blauhelme ursprünglich in der UN-Charta gar nicht vorgesehen, sondern entstand aus der Praxis. Präzedenzfall war die UNEF-Mission, die im Zuge der Suezkrise 1956 entsandt wurde. Seitdem haben sich die Friedensmissionen sowohl qualitativ als quantitativ durch neue Aufgaben und neue Akteure (EU, NATO, OSZE, ECOWAS, AU) verändert. Einige dieser Friedensmissionen sind erfolgreich gewesen, einige sind gescheitert, die meisten weisen eine gemischte Bilanz auf. Bis zum Ende des Kalten Krieges waren internationale Friedensmissionen überwiegend "klassische" unter dem Dach der Vereinten Nationen durchgeführte Peacekeeping-Missionen. Dabei handelt es sich in der Regel um eine weitgehend friedliche Intervention zum Zwecke der Konfliktvorbeugung oder -eindämmung mit Zustimmung der Konfliktparteien. Zumeist ging es um die Bildung von Pufferzonen und die Überwachung von Waffenstillständen oder Friedensabkommen wie beispielsweise bei der bis heute aktiven UN-Mission auf Zypern (UNFICYP). (...)
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Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte 7-8/2014, S. 44-47

Keine Sicherheit ohne Entspannung

Früher war alles so einfach und die Welt übersichtlich in Gut und Böse geteilt. "To keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down", war das Motto des ersten Nato-Generalsekretärs Lord Ismay. All diese Aufgaben erfüllt das Bündnis bis heute. Allerdings konnte sich die Nato Russland gegenüber oft nicht zwischen Abschreckung und Kooperation entscheiden und verfolgte deshalb eine Strategie, die man als "to keep the Russians in, out and down" bezeichnen könnte. Seit der Ukraine-Krise steht das Militärbündnis einmal mehr vor der Frage, wie es mit Russland verfährt. Eindämmen oder "Gesprächskanäle offen halten" sind dabei keine Gegensätze. Wir brauchen beides. Dabei kann man an eine alte erfolgreiche Strategie anknüpfen. (...)
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Frankfurter Rundschau, 11.06.2014

Hoffentlich Allianz versichert?

Früher war alles so einfach. Die Welt war übersichtlich in Gut und Böse, in West und Ost geteilt. "To keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down ", war das Motto des ersten NATO-Generalsekretärs Lord Ismay. All diese Aufgaben erfüllt das Bündnis bis heute. Allerdings konnte sich die NATO Russland gegenüber oft nicht zwischen Abschreckung und Kooperation entscheiden. Deshalb verfolgte sie eine Strategie, die man als "to keep the Russians in, out, and down" bezeichnen könnte. Seit der Ukraine-Krise steht das Militärbündnis einmal mehr vor der Frage, wie es mit Russland verfahren soll. Eindämmen oder "Gesprächskanäle offen halten" sind dabei keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Wir brauchen beides. Dabei kann man an eine alte erfolgreiche Strategie anknüpfen. (...)
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Internationale Politik und Gesellschaft (IPG), 02.06.2014

Germany and the Ukrainian Crisis

Violent confrontations in Ukraine and Russia's annexation of Crimea in violation of international law have undermined the foundations of peace in Europe. Trust, the renunciation of force, and rules have been disregarded only to be replaced by capriciousness, provocations, and stoking of fears. Nobody can legitimately say yet whether this represents a historical turning point comparable with the end of the Cold War or the attacks of September 11. But the Ukrainian crisis undoubtedly has the potential to escalate further and that is always extremely dangerous. For that reason, the German government's highest priorities are to de-escalate the situation, reinforce the few operable lines of communication, integrate the conflict participants, and compel European institutions to joint action. German Chancellor Angela Merkel and Foreign Minister Frank-Walter Steinmeier are working closely together on this in good faith. The partners in the coalition government agree in their assessment of the events and on the use of political tools and actions. Agreement may not be enough, but it does establish the conditions for addressing the conflict peacefully and diplomatically. (...)
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www.aicgs.org, American Institute for Contemporary German Studies at Johns Hopkins University, May 13, 2014

Ukraine: Von der militärischen Konfrontation zum Weg des Friedens

Mit dem für kommenden Sonntag angekündigten "Referendum" in der Ostukraine steht das Land, aber auch Europa insgesamt, ab Montag vor einer neuen Situation: Es geht dabei um Krieg und Frieden in der Ukraine, aber auch immer noch um die Einheit des Landes oder eine Abspaltung. Russland ist nunmehr in der Pflicht. Die Botschaft von Putin auf der gestrigen Pressekonferenz an die Separatisten in der Ostukraine, auf das Referendum zu verzichten, ist das insbesondere auch von unserem Außenminister geforderte öffentliche Entmutigungssignal an die separatistischen Kräfte und ein vorsichtiges Anzeichen für ein Umdenken der russischen Regierung. (...)
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Euractiv.de, 09.05.2014

"Billigster Vulgärpazifismus"

Es sind noch mehr als drei Jahre bis zur nächsten Bundestagswahl. Wenn die SPD jenseits der "babylonischen Gefangenschaft" in einer großen Koalition eine Machtperspektive haben möchte, muss sie sich aller Voraussicht nach mit der LINKEN arrangieren. Die tut derzeit jedoch alles, um ein rot-rot-grünes Bündnis in weite Ferne rücken zu lassen. Oder (um es vorsichtiger zu formulieren): Das jüngste Agieren der LINKEN in der Ukraine-Krise und bei der Vernichtung der syrischen Chemiewaffen dürfte die Wahrscheinlichkeit einer rot-rot-grünen Koalition für 2017 nicht gerade erhöht haben. Im Gegenteil: Die Vorstellung einer handlungsfähigen rot-rot-grünen Regierung verlangt vor dem Hintergrund des aktuellen Taktierens der LINKEN schon viel optimistische Phantasie.(...)
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Internationale Politik und Gesellschaft (IPG), 05.05.2014

Deutschland und die Ukraine-Krise

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Ukraine und die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland haben die Grundlagen der europäischen Friedensordnung untergraben. Vertrauen, Gewaltverzicht und Regeln wurden missachtet. An ihre Stelle traten Willkür, Provokationen und das Schüren von Ängsten. Ob dies ein historischer Einschnitt ist, vergleichbar dem Ende des Kalten Krieges oder den Anschlägen vom 11. September 2001, kann heute niemand ernsthaft beurteilen. Die Ukraine-Krise hat jedoch zweifelsohne das Potential für weitere Eskalationen und brandgefährlich ist diese allemal. Deshalb ist deutsches Regierungshandeln derzeit vor allem darauf ausgerichtet zu deeskalieren, die wenigen Gesprächsfäden zu stärken, Konfliktbeteiligte einzubinden und die europäischen Institutionen auf ein gemeinsames Handeln zu verpflichten. Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Steinmeier arbeiten hierzu eng und vertrauensvoll zusammen. (...)
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Die Ehrenfelder, Mai/Juni 2014

Selbstzweifel? Fehlanzeige!

Durch die Annexion der Krim stellt Russland die Grundlagen der europäischen Sicherheit infrage. Im Gegensatz zu denen, die schon immer alles gewusst und vorhergesehen haben, hätte ich persönlich diesen Rückfall in Chauvinismus und das Denken in Einflusszonen in Europa 25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges nicht mehr für möglich gehalten. Die Annexion der Krim ist völkerrechtswidrig. Daran gibt es nichts zu deuteln. Moskau verstößt gegen die UN-Charta, die KSZE-Schlussakte von Helsinki und ein gutes Dutzend weiterer völkerrechtlicher Verträge wie das Budapester Memorandum vom 5. Dezember 1994. In ihm verpflichteten sich die USA, Großbritannien und Russland gegenüber der Ukraine, Kasachstan und Belarus, als Gegenleistung für deren Nuklearwaffenverzicht die Souveränität und die bestehenden Grenzen der Länder sowie deren politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu achten.(...)
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IPG-Journal, 07.04.2014

"Zur Rückkehr zur Diplomatie gibt es keine Alternative"

Mit der faktischen Annexion der Krim stellt Russland die Grundlagen der europäischen Sicherheitsordnung in Frage. Im Gegensatz zu denen, die schon immer alles gewusst und vorhergesehen haben, hätte ich persönlich diesen Rückfall in Chauvinismus und das Denken in Einflusszonen in Europa 25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges nicht mehr für möglich gehalten. All denjenigen, die die Krim-Krise als Beweis dafür sehen, dass das Konzept der sozialdemokratischen Entspannungspolitik nun endgültig gescheitert sei, kann man nur erwidern: Durch die russische Aggression ist nicht die Entspannungspolitik desavouiert, sondern sie beweist im Gegenteil deren unveränderte Notwendigkeit. Gerade in Zeiten neuer Spannungen brauchen wir eine neue Entspannungspolitik. Doch dazu gehören zwei. Und ja, Empathie für Russland ist wichtig. Sie bedeutet jedoch nicht, dass man das Vorgehen Moskaus billigt.(...)
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Vorwärts, NRW Beilage, April 2014

Von Kalten Kriegern und Russlandinterpreten

Die deutsche Debatte zur Krim-Krise ist von eindimensionalem Denken geprägt. Die Ukraine wird bisweilen nicht mal mehr als souveräner Staat, sondern lediglich als russisches Glacis oder Europäisch-russisches Kondominium wahrgenommen. Ein Gastbeitrag. Mit der faktischen Annexion der Krim stellt Russland die Grundlagen der europäischen Sicherheit infrage. Im Gegensatz zu denen, die schon immer alles gewusst und vorhergesehen haben, hätte ich persönlich diesen Rückfall in Chauvinismus und das Denken in Einflusszonen in Europa 25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges nicht mehr für möglich gehalten.(...)
Veröffentlicht: 
Frankfurter Rundschau, 20.03.2014

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