Spannungsfeld Medien und Politik: Ansichten und Beobachtungen eines Bundestagsabgeordneten
Einleitung Kaum ein anderer Berufsstand ist in Deutschland so wenig angesehen, wie der des Politikers. Politik - da sind sich Wähler, Bürger und Journalisten einig - ist ein schmutziges Geschäft. Politiker sind korrupt, eitel, faul und unfähig. Schaut man sich eine Rangfolge der angesehenen Berufe an, so liegen Politiker stets auf den letzten Plätzen - wobei Journalisten interessanterweise nur unwesentlich besser abschneiden. Der vorliegende Text möchte den Berliner Politikbetrieb und das Verhältnis zwischen Medien und Politik aus der Sicht eines direkt gewählten Kölner Abgeordneten beleuchten, der seit 2002 dabei ist und sich vor allem um außen- und sicherheitspolitische Themen kümmert. Dabei geht es mir weder darum, mein schweres Los als Politiker zu beklagen - schließlich habe ich mich aus freien Stücken zu diesem Schritt entschieden - noch darum den Spieß umzudrehen und nun die günstige Gelegenheit zu nutzen, nun endlich mal Journalistenschelte zu betreiben. (...)
Veröffentlicht:
In: Christoph Schmidt/Bernd-Peter Arnold (Hrsg.), Handbuch International Media Studies, Bonn 2011, S. 22-35.