Der UNO-Gipfel darf nicht scheitern
AG Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung Zum heute beginnenden "UNO Millenium + 5"-Gipfel erklärt der Sprecher für Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Rolf Mützenich: So begrüßenswert der Reformgipfel auch ist, so bleibt es aus abrüstungspolitischer Sicht beklagenswert, dass auf Drängen der USA jeglicher Verweis auf Abrüstung und Rüstungskontrolle aus dem UN-Reformentwurf gestrichen wurde. Für Washington besteht die "wahre" Bedrohung für die internationale Sicherheit in der Weiterverbreitung von Atomwaffen. Diese Haltung der US-Regierung hat bereits entscheidend zum Scheitern der Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag beigetragen. Nach Auffassung der SPD-Bundestagsfraktion sind Abrüstung und Weiterverbreitung jedoch zwei Seiten einer Medaille. Im Atomwaffensperrvertrag haben sich die Atommächte verpflichtet, ihre Arsenale langfristig abzubauen. Nur auf dieser Basis erklärten sich die übrigen Unterzeichnerstaaten bereit, auf Atomwaffen zu verzichten. Vor diesem Hintergrund ist das vor wenigen Tagen bekannt gewordene Strategiepapier des Pentagon, welches unter anderem präventive Atomangriffe gegen feindliche Staaten und Extremistengruppen empfiehlt, alles andere als hilfreich. Sollte das Papier offizielle Doktrin werden, würde die Rüstungskontrolle noch weiter in die Krise geraten. Es kommt darauf an, Konflikte mit nichtmilitärischen Mitteln zu lösen. Rüstungskontrolle kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Gerade die Vereinten Nationen bieten dafür den geeigneten und legitimen Rahmen. Umso bedauerlicher ist es, dass die mächtigen Staaten dieser Welt, zunehmend weniger Bereitschaft zeigen, diesen auch zu nutzen. Der Reformgipfel ist ein Schritt in die richtige Richtung - weitere werden folgen müssen. Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren zusammen mit weiteren Partnern wichtige Initiativen zugunsten der Nichtverbreitung von Atomwaffen begonnen. Derartige Schritte sind auch in Zukunft erforderlich. Sie erfordern eine selbstbewusste und standhafte Außenpolitik - so wie sie Bundeskanzler Gerhard Schröder im deutschen Interesse vertritt.
Veröffentlicht:
Berlin, 14.09.2005