Hoffnung auf Rüstungskontrolle trotz steigender Rüstungsausgaben
AG Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung Zum heute veröffentlichten Jahresbericht 2008 des internationalen Stockholmer Instituts für Friedensforschung (SIPRI) erklärt der Sprecher für Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich: Die weltweiten Rüstungsausgaben sind auch 2007 weltweit um sechs Prozent auf 1,34 Billionen Dollar gestiegen. Dies belegen die neuesten Zahlen des Stockholmer Instituts. Dabei entfällt nahezu die Hälfte auf die USA, die mit 45 Prozent (547 Milliarden Dollar) mehr Geld ausgeben als in jedem anderen Jahr seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Ihnen folgen fast gleichauf Großbritannien (59,7 Milliarden Dollar), China (58,3 Milliarden Dollar) und Frankreich (53,6 Milliarden Dollar) vor Japan (43,6 Milliarden Dollar) und Deutschland mit 36,9 Milliarden Dollar. Gleichzeitig gibt es nach Ansicht von SIPRI-Direktor Bates Gill seit langem wieder Hoffnungen auf ernsthafte und wirksame Abrüstungsschritte. Dabei hängt die weitere Entwicklung maßgeblich von der künftigen Politik der neuen US-Administration ab. Während meiner jüngsten Gespräche in Washington und New York konnte auch ich feststellen, dass es in der strategischen Gemeinde der USA einen zunehmenden Konsens über die Notwendigkeit einer Wiederbelebung von Abrüstung und Rüstungskontrolle gibt. Seit Monaten engagieren sich namhafte Persönlichkeiten - darunter George Schultz, Henry Kissinger, Sam Nunn und William Perry - dafür, das Ziel einer nuklearwaffenfreien Welt wieder auf die sicherheitspolitische Tagesordnung zu setzen. Für eine Wiederbelebung der internationalen Rüstungskontrolle gibt es in den kommenden zwei Jahren mit Blick auf die neuen politischen Führungen in Russland und vor allem demnächst in den USA neue Chancen und Möglichkeiten, die es zu nutzen gilt. Außenminister Frank-Walter-Steinmeier bemüht sich seit langem unermüdlich darum, die Abrüstungspolitik voranzubringen. Stellvertretend seien hier nur seine Vorschläge zur Multilateralisierung des Brennstoffkreislaufes, die deutsch-norwegische Abrüstungsinitiative im Rahmen der NATO sowie die Bemühungen zur Rettung des Regimes über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) genannt. Ziel der SPD-Bundestagsfraktion bleibt es, die Nichtverbreitung von Waffen und Massenvernichtungsmitteln zu sichern sowie das internationale System der Rüstungskontrolle auszubauen und effizient zu gestalten.
Veröffentlicht:
Berlin, 09.06.2008