Die EU hatte sich im März darauf verständigt, der europäischen Anti-Piraten-Mission "Atalanta" zu gestatten, auch aus der Luft Piratenausrüstung am Strand des ostafrikanischen Landes zu zerstören. Bislang war der Kampf gegen Seeräuber auf das Meer beschränkt gewesen. Nunmehr soll es gestattet werden, logistische Einrichtungen der Piraten auch an Land zu vernichten, wenn diese "eindeutig identifiziert" seien.
Seitens der Koalition wird darauf verwiesen, dass die Mandatsausdehnung lediglich eine "Erweiterung der Handlungsoptionen" sei, über die die EU-Operation ohnehin schon verfüge. In der Vergangenheit war bereits beschlossen worden, nicht nur gegen die kleinen Angriffsboote der Seeräuber vorzugehen, sondern auch die sogenannten Mutterschiffe zu bekämpfen.
Die Opposition will die Erweiterung nicht mittragen. "Die Bundesregierung gefährdet mit ihrem Vorgehen ein bis dahin durch den Bundestag breit getragenes Mandat", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, "Handelsblatt Online". Eine Ausdehnung der "Atalanta"-Mission auf Überland-Operationen komme für seine Fraktion nicht infrage. Auch Grüne in Linke lehnen dies ab.
Erst Ende vergangenen Jahres hatte das Parlament eine einjährige Verlängerung der "Atalanta"-Mission bis zum 18. Dezember 2012 beschlossen. Für die Erweiterung des Bundeswehreinsatzes ist ein neues Mandat notwendig. Es soll im Mai im Bundestag beraten werden.
Freie Presse, 18.04.2012



