Zweiter Prozesstag gegen Kölner Demirci in der Türkei

Seit zehn Monaten sitzt der Kölner Sozialwissenschaftler Adil Demirci in Istanbul in Haft. Der Vorwurf: Als nebenberuflicher Journalist habe er drei Beerdigungen von kommunistischen Politikern beigewohnt. Morgen (14.02.2019) wird Demirci in Istanbul erneut der Prozess gemacht. Einige Unterstützer reisen zu dem Verfahren, während seine Familie in Köln bangt.

Mahnwachen seit April

Seit Mitte April vergangenen Jahres treffen sich Angehörige und Freunde von Adil Demirci immer mittwochs um 18 Uhr auf dem Kölner Wallrafplatz. Im November vergangenen Jahres hatten sie schon einmal auf Freilassung von Demirci gehofft. Ein Richter aber bestätigte seine Inhaftierung. Vielleicht hat er am Donnerstag ein Einsehen und lässt ihn frei, hoffen die Unterstützer in Köln. Darunter der Bruder Tamer Demirci.

Unterstützer aus Deutschland vor Ort

Von Deutschland aus machen sich weitere Unterstützer auf den Weg nach Istanbul. In Köln/Bonn startet der Kölner Linken-Chef Jörg Detjen. In Berlin der SPD-Bundestagsabgeordnete Rolf Mützenich. Ob Schriftsteller und Journalist Günther Wallraff dabei sein wird, ist von seinem Gesundheitszustand abhängig.

Sie wollen am Donnerstag in Istanbul im Gerichtssaal dabei sein, wenn Adil Demirci dort wieder der Prozess gemacht wird und Nachrichten nach Deutschland schicken an die Familie von Demirci. Vor allem die Mutter leidet unter der Verhaftung ihres Sohnes. Sie ist schwer an Krebs erkrankt. Demirci war übrigens im April verhaftet worden, als er sie in die Türkei zu einem Verwandtenbesuch begleitet hatte.

Autor: 
Von Jochen Hilgers
Veröffentlicht: 
WDR.de, 13.02.2019
Thema: 
Adil Demirci