Atombehörde begrüßt Einlenken des Iran

Abrüstungsexperte fordert vertrauensbildende Maßnahmen Teherans

Sydney/Berlin - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat sich verhalten optimistisch zu einem vorläufigen Kompromiss der EU im Atomstreit mit dem Iran geäußert. Es müssten noch Details der Vereinbarung bestätigt werden, er hoffe aber, ein Stopp der Urananreicherung falle unter den Kompromiss, sagte IAEA-Chef Mohamed El Baradei.

Der Iran hatte sich auf einen Kompromiss verständigt. Danach würde der Iran die umstrittene Urananreicherung bis zu einem endgültigen Wirtschafts- und Technologieabkommen mit der EU aussetzen. Angereichertes Uran kann zum Bau von Atomwaffen verwendet werden. Der Kölner SPD-Abgeordnete, Fachmann in Abrüstungsfragen, sagte dem "KölnerStadt-Anzeiger": "Die Zeit drängt, weil die Anrufung des UN-Sicherheitsrates eine Eskalation bedeuten würde. Mit einer Zustimmung Russlands und Chinas für Sanktionen gegen den Iran wäre ohnehin nicht zu rechnen." Mützenich sagte weiter, der Iran habe sich bislang nur kooperativ gezeigt, wenn ihm die Verschleierung von Fakten auch nachgewiesen werden konnte. "Das Verhalten des Iran wirft Fragen auf. Warum braucht er so viele Gaszentrifugen und weshalb baut er Trägerraketen für Atomwaffen mit einer so großen Reichweite?" Grundsätzlich erlaubt der Atomwaffensperrvertrag, den der Iran unterzeichnet hat, die Anreicherung von Uran für zivile Zwecke. Mützenich sagte, es wäre eine vertrauensbildende Maßnahme, wenn der Iran das Zusatzprotokoll des Sperrvertrags ratifizieren würde. Dieses erlaubt weitere Kontrollen. "Wichtig wäre auch, wenn der Iran sich auf den Bau von Leichtwasserreaktoren und Kurzstreckenraketen beschränken würde."

Autor: 
Von Sibylle Quenett
Veröffentlicht: 
Kölner Stadt-Anzeiger, 9.11.2004
Thema: 
Rolf Mützenich fordert Verzeicht Teherans auf Urananreicherung