Auch der CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder nahm die ÄußerungenOlmerts zurückhaltend auf. ”Wenn diese Bitte an uns herangetragen wird,werden wir die Frage ernsthaft prüfen", sagte er. Mehrere SPD-Politikeräußerten sich skeptisch. Der Sprecher des rechten Parteiflügels,Johannes Kahrs, glaubt nicht, dass eine parlamentarische Mehrheit zuStande käme. Die Fraktionsspitzen forderte er auf, den Fraktionszwangfür eine Abstimmung im Bundestag aufzuheben. ”Das ist eine reineGewissensfrage." Der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich wies den VorstoßOlmerts zurück: ”Wir können eine Friedenssicherung nicht nur imInteresse Israels machen."
Als”undenkbar" bezeichnete der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle eineEntsendung deutscher Soldaten in den Nahen Osten. ”Deutschland mussnicht bei jedem Einsatz der Vereinten Nationen dabei sein", sagte er.”Ich appelliere auch an die Bundeskanzlerin, hier mit einem Machtwortdiese Diskussion unverzüglich zu beenden." Für die Linksfraktion sprachsich deren Außenexperte Wolfgang Gehrke gegen einen Nahost- Einsatzaus. Aus den Reihen der Grünen kamen unterschiedliche Signale. Vize-Fraktionschef Jürgen Trittin reagierte ablehnend. ”Was Herr Olmertwill, ist keine Friedenstruppe, sondern eine internationale Truppe, dieden Krieg gegen den Terrorismus auf eine Weise fortsetzt, die ich fürwenig erfolgversprechend halte", sagte er. Die FraktionsvorsitzendeRenate Künast meinte indes, dass deutsche Soldaten nicht zwangsläufigzu einem Kampfeinsatz geschickt werden müssten. ”Wir können unserenBeitrag auch durch Arzte und Sanitäter, bei der Versorgung und beimWiederaufbau der Infrastruktur erbringen."
Süddeutsche Zeitung, 07.08.2006



